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Lesung mit Gerda Kümmel am 18.05.2026 um 19 Uhr
Gerda Kümmel hat in ihrem Ende 2025 erschienenen Roman (Isensee-Verlag, Oldenburg) die Geschichte ihrer Familie im 20. Jahrhundert zum Thema gemacht: Ende des Kaiserreichs, die erste deutsche Republik, die Zeit des Nationalsozialismus und die Nachkriegsjahre. Dabei tauchen in der Familiengeschichte prägnante Charaktere verschiedener Ausprägung auf: politisch engagiert in Sachen Demokratie und Menschenrechte einerseits, empfänglich für autoritäre Gedanken andererseits.
„Die Stärke der Erzählung liegt in der Nähe zu den Protagonisten, dem Vater, der Mutter, dem Bruder, dem Arbeitskollegen auf der Werft, dem jüdischen Arbeitgeber, der geflüchteten Geliebten und, und, und. Der Weg in die Katastrophe führt dabei über wohl bekannte Schauplätze in der Stadt Wilhelmshaven und im benachbarten Landkreis Friesland. Gerade die Vertrautheit des lokalen Umfeldes und der vielen, zum Teil wiedererkennbaren Charaktere erzeugen eine Atmosphäre der Nähe, die dazu mahnt, die Gräuel der Vergangenheit nicht ins Reich des Vergessens abzudrängen“, schreibt Gerd Abeldt, Journalist und früherer Chefredakteur der Wilhelmshavener Zeitung, der Gerda Kümmel in ihrem beruflichen Umfeld bei der Deutschen Angestelltengewerkschaft, als Mobbing-Beraterin und als langjähriges Ratsmitglied kennengelernt hat.
Die „Kette der Menschlichkeit“ ist eine informelle Organisation, die politisch und rassisch Verfolgten während des Nationalsozialismus half. Gerda Kümmels Großvater engagierte sich für sie. Zugleich gibt es familiäre Bezüge zu Varel, wo der NSDAP-Kreisleiter Hans Flügel lebte und wirkte, der durch Einheirat ebenfalls mit der Familie verwandt ist. Zu beiden „Flügeln“ der Familie wird Gerda Kümmel Passagen aus dem Buch vorstellen.
Der Roman ist übrigens mit 55 farbigen Zeichnungen von Tochter Ilona Kümmel illustriert, die dem Leser bei der Orientierung der Familienmitglieder helfen.